Aufsätze zur Akupunktur
Über den Zufall
Wir alle haben schon erlebt, dass uns in bestimmten Lebenssituationen etwas zufällt, was wir gerade brauchen können. Sei es als Bestätigung und Hilfe oder auch im Gegenteil, um uns wach zu rütteln.
So werden wir in bestimmten Lebenssituationen auch auf Literatur, Webseiten oder Therapieangebote aufmerksam, auf Angebote, die wir vorher niemals wahrgenommen hatten, obwohl sie natürlich schon vorher da waren.
In meiner eigenen Entwicklung spielten zum Beispiel Bücher von Erich Fromm, eine evangelische kirchliche Einrichtung und vieles andere mehr bedeutende Rollen, die ich jedoch längst hinter mir gelassen habe, weil ich darüber hinausgegangen bin.
Wir alle haben es schon erlebt und niemand kann es wirklich erklären.
Zumindest glaubte ich, niemand könne es erklären. Bis ich plötzlich ein Buch über regulative (Zahn) Medizin in die Hand bekam. Ich habe gewiss nichts gegen regulative Medizin oder Zahnmedizin, mein eigner Zahnarzt Johannes Krebs in Herxheim in der Pfalz ist ein maßgeblicher Vertreter dieser medizinischen Richtung, vor dessen Können und den dahinter stehenden Ansichten ich größten Respekt habe. Denn zum ersten Mal geht die Zahnmedizin zumindest ein gutes Stück weg vom rein mechanischen Weltbild, von dem die gesamte westliche Medizin geprägt ist und hin zu einer mehr ganzheitlichen Sicht.
Doch in dem Vorwort zu diesem Buch, zur Ehrenrettung des Autors muss ich sagen, dass das Vorwort nicht vom Autor sondern vom Herausgeber des Buches stammt, las ich folgende Sätze:
"Zufall ist nur der Name für ein noch unbekanntes Gesetz. Anders ausgedrückt: wenn uns etwas zufällt, dann immer per Gesetz. An diesen Gedanken müssen wir uns in einem vom naturwissenschaftlichen Denken geprägten Zeitalter erst wieder gewöhnen. Dennoch - ob wir daran glauben oder nicht - existiert diese Gesetzmäßigkeit, die als Netz unsere Existenz umspannt und sinnvoll zusammenhält….
Wie die Physiker die alles miteinander verbindende eine Struktur des Universums, das heißt des Makrokosmos, entdeckt haben, so haben die Anatomen dieses Maschenwerk im Mikrokosmos Mensch in der Grundsubstanz beschrieben.
Wir ganzheitlich orientierten Praktiker arbeiten mit dem schon seit Jahrtausenden aus der Akupunktur bekannten funktionellen Netz und der funktionellen Einheit des menschlichen Körpers, um hinter die Gesetzmäßigkeit des "Zufalls" Krankheit mit seinen Symptomen zu kommen."
Als ich das las, fragte ich mich ernsthaft, wie man so viel Nonsens in so wenige Worte packen kann.
Nehmen wir es mal auseinander.
"Zufall ist nur der Name für ein noch unbekanntes Gesetz …"
In der Quantenmechanik hat man inzwischen erkannt, dass es eine Grenze gibt, jenseits derer sich alles dem Einordnen in Gesetzmäßigkeiten entzieht. Der Zufall kann zwar mit dem Gesetz der großen Zahl, auch bekannt als Wahrscheinlichkeitsrechnung, für eine genügend große Zahl von Ereignissen vorhergesagt werden, nicht jedoch im Einzelfall. Wobei selbst in der Versicherungswirtschaft, wo man außerordentlich nüchtern mit Zahlen umgeht, das subjektive Element einer Schadenswahrscheinlichkeit sehr wohl bekannt ist.
Es hat sich längst herausgestellt und ist statistisch beweisbar, dass jemand, der sich einseitig gegen ganz bestimmte Risiken versichert, mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, die weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung liegt, von eben diesen negativen Ereignissen auch heimgesucht wird. Oder mit anderen Worten, der Versicherungswirtschaft ist bekannt, dass jemand, der vor etwas Angst hat, genau dieses Ereignis auch anzieht wie ein Magnet. Wobei auch das natürlich nicht für jeden Einzelfall zutrifft, doch mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit.
Weder eine Statistik noch die Wahrscheinlichkeitsrechnung können ein Einzelschicksal vorhersagen. So scheint es selbst in der modernen Physik Situationen zu geben, die man zwar mit dem Gesetz der großen Zahl erfassen kann, nicht jedoch in der einzelnen Beobachtung.
„An diesen Gedanken müssen wir uns in einem vom naturwissenschaftlichen Denken geprägten Zeitalter erst wieder gewöhnen.“
Ich frage mich, wo er mit seiner Behauptung überhaupt im Gegensatz zur Naturwissenschaft stehen würde. Denn es ist gerade das Wesen der Naturwissenschaften nach den Gesetzen unserer gesamten Existenz zu forschen und schließlich die Ur-Antwort zu finden, die somit gleichzeitig sämtliche Religionen und Philosophien überflüssig machen würde, weil damit auch der Sinn des Lebens endlich offenbar würde. Im Gegenteil, der Autor dieses Vorworts ist voll und ganz in seinem naturwissenschaftlichen Denken gefangen.
Diesem Denken war auch Albert Einstein verfangen, der angesichts des Zufalls feststellte: "Gott würfelt nicht!" Mit anderen Worten, auch Einstein war davon überzeugt, dass es ein geheimes, bisher lediglich noch nicht bekanntes Gesetz gibt, das den Zufall berechenbar machen würde.
Dennoch - ob wir daran glauben oder nicht - existiert diese Gesetzmäßigkeit, die als Netz unsere Existenz umspannt und sinnvoll zusammenhält….
Viele Naturwissenschaftler und insbesondere Physiker glauben nach wie vor daran, dass hinter allem, was sich beobachten lässt, eine Gesetzmäßigkeit stehen würde, die wir lediglich noch nicht kennen und letztendlich alles berechenbar sein müsste. Der Autor dieser Zeilen geht allerdings soweit, die unbekannte Gesetzmäßigkeit bereits zu postulieren und nicht etwa als eine wissenschaftliche Erkenntnis, sondern als einen Glaubenssatz zu formulieren, den er dennoch für ein unumstößliches Gesetz hält. Auch damit ist er im Kontext mit sehr vielen Wissenschaftlern wie auch Wissenschafts-Gläubigen, die einfach nicht akzeptieren können, dass es vielleicht tatsächlich auch Mysterien gibt, die sich der wissenschaftlichen Erklärbarkleid auf immer und ewig entziehen werden.
Historisch ist das sogar verständlich, immer mehr Bereiche, die früher mystifiziert waren und somit von den Religionen vereinnahmt wurden, werden als natürliche und weit gehend berechenbare, beobachtbare Gesetzmäßigkeiten erkannt und somit natürlich gleichzeitig entmystifiziert.
Doch der pure Ansatz Ist falsch. Und zwar sowohl dieses Autors wie auch der Ansatz von Albert Einstein. Der falsche Ansatz ist, das selbst das individuelle Leben einer äußeren Gesetzmäßigkeit gehorchen würde, die wir, unter anderem wegen der Komplexität unseres Lebens, bisher nur noch nicht erkannt haben.
Dem Ansatz liegt die Außenbeobachtung zu Grunde, denn, im Gegensatz zur Spiritualität forscht die Wissenschaft nun mal außen. Dabei fällt mir eine Geschichte ein, die ich mal gehört habe:
Irgendwo in Arabien lebte eine Sufi Meisterin. Eines Tages suchte sie vor ihrem Hauses nach irgendetwas. Die Nachbarn fragten sie, wonach sie suchen würde und sie antwortete, sie habe eine Nähnadel verloren. Schon bald suchte das ganze Dorf und fand nichts. Schließlich fragte ein Dorfbewohner die Sufimeisterin, wo sie denn die Nadel verloren habe und sie antwortete, im Haus.
Wieso suchen wir dann hier draußen nach der Nadel und nicht dort, wo sie verloren ging? Die Sufimeisterin antwortete ihm, weil es hier draußen viel heller ist.
Sie erklärte dem völlig konsternierten Dorfbewohner, dass sie es so gemacht hätte, wie sie es immer und immer wieder bei ihren Mitmenschen beobachten konnte, denn wir suchen nicht etwa dort, wo wir etwas verloren haben, sondern dort, wo es einfacher scheint.
Das ist das Wesen der Naturwissenschaft, der Wissenschaften schlechthin, dort nach der Antwort für den Sinn unseres Daseins zu suchen, wo es niemals eine Antwort geben kann, weil wir alle an der falschen Stelle suchen. Selbst in den Religionen hat die falsche Suche vielfach Einzug gehalten, denn die Kirchen und Tempel gelten als Gotteshäuser, also von Menschen gebaute Häuser, in denen Gott präsent sein soll. Doch tatsächlich wird in diesen Gotteshäusern nur unsere Vorstellung, geprägt von der jeweiligen Religion, wer und was Gott sei, verherrlicht. mit jeder Existenz, die von sich selbst, als Moses nach dem Namen fragte, feststellte Jahwe, hat das rein gar nichts zu tun. Dieses hebräische Wort hat übersetzt eine vielfältige Bedeutung
Ich bin, der ich bin
Oder
ich bin, der ich sein werde
Oder auch
ich werde sein, der ich bin
Eigentlich nur die Aussage über das nicht fassbare, nicht in ein Bildnis einordnenbare, über den Fluss, der stetig fließt und niemals derselbe ist.
Doch in all den Gotteshäusern, egal von welcher Religion sie gebaut oder benutzt werden, geht es nicht um das unfassbare sondern um die Gottesbilder der Religionen. Also genau genommen eigentlich um von den Religionen selbstgeschaffene Götzenbilder, denen zufolge das unfassbare, das Ganze den Vorstellungen der Religionen gehorchen sollte. Welch ungeheure Anmaßung? Eine ähnliche Anmaßung findet sich auch bei vielen Wissenschaftlern.
Darin spiegelt sich ein weiteres Element der falschen Suche, nämlich Gott als etwas außerhalb von uns und in irgendeiner Form als Persönlichkeit aufzufassen, die beispielsweise nicht würfelt. Wenn wir natürlich nach einer Überpersönlichkeit außerhalb von uns suchen, dann werden wir niemals im Inneren suchen. Wenn es diese Person außerhalb jedoch nicht gibt, weil sie jeder von uns in sich trägt, nur nicht erkannt, dann werden wir ebenso wenig fündig wie die Dorfbewohner auf der Suche nach den Nähnadel.
Das erinnert mich an eine Geschichte, die ich über Buddha gehört habe:
Eines Morgens kam ein Besucher zu Buddha, der ihn bat, ihm alles über die Nichtexistenz Gottes gemäß der Lehre des Nirvana mitzuteilen, denn Buddha sei schließlich der einzige, der die ganze Wahrheit darüber kennen würde.
Doch Buddha antwortete ihm, wie er auf die absurde Idee kommen könnte, es würde keinen Gott geben, er solle sich auf den Weg machen und Gott suchen.
Am Nachmittag desselben Tages kam ein weiterer Besucher, der Buddha nun umgekehrt aufforderte, ihm alles über Gott zu erzählen. Doch Buddha entgegnete ihm, es gibt keinen Gott und schickte ihn wieder fort.
Am Abend schließlich kam noch ein Besucher, der Buddha bat, ihm einen Einblick in die Wahrheit zu geben, denn er wisse nicht, ob es einen Gott gibt oder nicht.
Buddha schloss daraufhin die Augen, sein Besucher schloss ebenfalls die Augen und nach einer kleinen Weile öffneten beide wieder ihre Augen und der Besucher verneigte sich vor Buddha und bedankte sich dafür, dass er die Antwort erhalten habe.
Nachdem der Besucher weg war, fragte der Persönliche Diener von Buddha seinen Meister ganz konsterniert, was denn nun eigentlich Sache sei. Dem Besucher am Morgen habe er erklärt, er solle sich auf die Suche nach Gott machen, dem Besucher am Nachmittag das genaue Gegenteil, es würde keinen Gott geben und jetzt gerade war kein einziges Wort gefallen und dennoch bedankte sich der Besucher für das Erhalten der Antwort.
Buddha erklärte seinem Diener das folgende: die beiden ersten Besucher kamen mit Vorstellungen, Vorstellungen die zwischen ihnen und der Wahrheit stehen. Selbst wenn die Wahrheit ihnen offenbar vor Augen stehen würde, sie könnten sie nicht erkennen, weil ihre Vorstellungen es verhinderten. Also mussten bei den beiden zunächst die Vorstellungen zerstört werden, damit sie überhaupt fähig werden, nach der Wahrheit zu suchen und diese schließlich auch zu erkennen.
Wohingegen der Besucher am Abend unschuldig und bereit für die Antwort kam, denn er hatte keine Vorstellungen. Genau deshalb konnte er in aller Stille die Antwort erhalten.
Die Wahrheit kann nicht gefunden werden, wenn wir uns bereits vorher Vorstellungen von der Wahrheit machen. Davor warnt auch das erste Gebot:
Mache dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis, …
Auch das ist vielfach missverstanden worden, der Islam sieht darin das Verbot, irgendetwas lebendiges, ja eigentlich sogar eine Landschaft, also irgendetwas, was von Allah geschaffen wurde, in einem Bild oder Foto abzubilden. Dabei entstehen Bilder und Gleichnisse in unserem Inneren als Vorstellungen, um die es dem ersten Gebot wohl auch geht, nicht um die materielle Realisierung unserer Vorstellungen. Es spielt nämlich gar keine Rolle, ob wir etwas malen oder fotografieren, wenn wir vorher bereits eine Vorstellung, ein Bildnis oder Gleichnis in unserem Kopf entwickelt haben und es nun in einem Bild realisieren.
Jesus ermahnte in der Bergpredigt vielfach, dass etwas in unserem Kopf entsteht nicht erst durch unser Handeln. Wenngleich mit sehr drastischen vergleichen, die wiederum am äußeren hingen, denn es sind weder unsere Augen, noch unsere Hände, noch bei einem Sexualstraftäter die Genitalien, die zu falschem Verhalten führen, es ist tief in unserem Inneren und uns meist vollkommen unbewusst.
Was ist Ganzheitlichkeit?
Etwas, was wir mit unserem Verstand mit Sicherheit nicht erfassen können, was der eine oder andere von uns vielleicht schon mal für einen kurzen Moment seines Lebens erlebt hat, wenn er eins wurde mit dem Ganzen. Im Buddhismus nennt man solche Augenblicke Satori. Es ist wie ein Blick über den Zaun, wenn unser Ego verschwindet, damit unsere eigene Abtrennung vom Ganzen und wir plötzlich für einige Augenblicke ganz natürlicher Bestandteil des Ganzen werden.
Es ist so sehr jenseits unserer normalen Erfahrung, dass es schon schwierig ist, es auch nur in Worte zu fassen, einem anderen zu vermitteln. Zumal, während uns so etwas widerfährt, wir ohnehin nicht mit Worten arbeiten. Und danach, wenn wir uns erinnern, die Unmittelbarkeit des Geschehens längst Vergangenheit ist.
Ich habe es in meinem Leben mehrfach erlebt. Bei einer Bergwanderung im Arlberg Massiv wurde ich urplötzlich Bestandteil der blühenden Wiese, des Himmels, einfach des Ganzen. Eine unbeschreibliche Liebe und Stille, die vollkommen selbstverständlich war, Etwas, was mit Worten einfach nicht beschrieben werden kann, war plötzlich statt meiner da.
Ein andermal, ich war alleine in meinem Wohnzimmer, passierte es als ich Musik hörte. Ich hatte eine Schallplatte aufgelegt, eine Bachkantate, die ich wegen ihres schlichten Aufbaus und der schlichten Instrumentierung nur selten gehört hatte "Der Friede sei mit dir".
Ich saß bereits in meinem Sessel und hatte die Augen geschlossen, als sich der Tonarm Lift langsam auf die Schallplatte absenkte. Dann hörte ich in wundervoll innigen Worten gesungen: "Der Friede sei mit dir!"
Im selben Moment war nur noch Frieden. Ich hörte auf zu existieren, ich war noch nicht einmal mehr als Beobachter des Friedens vorhanden, stattdessen war der Friede selbst präsent. Irgendwo an der Peripherie hörte ich weiterhin die immerhin siebeneinhalb Minuten dauernde Arie. Es ist unmöglich, zu beschreiben was war, denn wie soll man etwas beschreiben, in dem man selbst gar nicht mehr vorhanden war? Wie soll man vollkommenen Frieden beschreiben? Was immer ich versucht habe seitdem um es anderen mitzuteilen, unsere Worte sind nicht dafür gemacht.
Am Schluss der langen Arie wird wiederholt "der Friede sei mit dir". Und im selben Moment meldete sich das Ego zurück, wenn auch auf eine ganz raffinierte Weise, ein tiefes Ja kam aus meinem Inneren. Ein ganz herzliches, den Frieden begrüßendes Ja. Und im selben Moment sah ich, Meine Augen waren nach wie vor geschlossen, wie sich zwischen mich und den Frieden ein unglaublich schmutziger, zerrissener uralter Vorhang senkte, der Friede war plötzlich außerhalb von mir, ich nahm ihn nur noch durch diesen ekelhaften Vorhang wahr.
Unglaublich schockiert stellte ich fest, den Frieden verloren zu haben.
In einem Zenkloster würde ein Mönch vom Abt ausgelacht, würde er einem Satori irgend eine besondere Bedeutung beimessen. denn es geht nicht um das Satori, es geht nicht darum, das man mal über den Zaun schauen durfte, sondern dass man tatsächlich ganzheitlich wird es nicht länger etwas außerhalb bleibt.
Ganzheitlich zu sein ist in
Deshalb behauptet auch der Autor dieses Vorworts, er sei ein ganzheitlich orientierter Praktiker. Ich weiß nicht, was er unter ganzheitlich versteht, ich kann angesichts des abstrusen Nonsens in seinem Vorwort nur feststellen, dass er noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung von Ganzheitlichkeit hat.
Auch die regulative (Zahn) Medizin nimmt für sich bei einigen ihrer Vertreter in Anspruch, ganzheitlich zu sein. Dabei ist sie von Ganzheitlichkeit ebenso weit entfernt wie nach dem Lehrbuch ausgeübte Akupunktur, wie überhaupt unser Verstand, der Ganzheitlichkeit nicht erfassen kann. Die regulative Medizin und Zahnmedizin integriert dankenswerterweise viele sowohl wissenschaftliche als auch eher dem Bereich der Esoterik zugeordnete Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte, womit sie sich natürlich in erheblichen Widerspruch zur Schulmedizin stellt, doch ganzheitlich wird sie deswegen noch lange nicht. Sie ist allerdings wesentlich umfassender und sehr viel mehr dem tatsächlichen menschlichen Dasein angenähert, als die Schulmedizin.
Auch die Akupunktur nach Schema F., für Diagnose so und so nimmst du die und die Punkte, für eine andere Diagnose eine andere Kombination von Punkten, die im Lehrbuch stehen, ist von Ganzheitlichkeit sehr weit entfernt.
Das bedeutet jedoch ebenso wenig wie bei der regulativen Medizin, das man damit nicht arbeiten könnte und auch durchaus erhebliche Erfolge erzielt, die weit über die von einem mechanischen Weltbild geprägten Erfolge der Schulmedizin hinausreichen.
Auch mit Lehrbuchakupunktur erreicht man bereits eine ganze Menge. Und zwar keineswegs nur Schmerzverdrängung und Anästhesie, wobei insbesondere mit Letzterem die Akupunktur hierzulande schließlich doch noch wissenschaftliche Anerkennung erfuhr, im Gegensatz zur Auffassung der WHO jedoch nicht als Therapie, sondern lediglich als etwas besseres Schmerzmittel.
Ganzheitlichkeit kann nur entstehen, wenn selbst der Beobachter verschwindet und das Ganze stattdessen dauerhaft in uns aufgeht.
Ganzheitlichkeit ist ein individueller Prozess, nicht irgendwelchen beobachtbaren Gesetzmäßigkeiten unterworfen, erst in der Ganzheitlichkeit entsteht das verstehen unseres Daseins, wie überhaupt des gesamten Kosmos. Doch wahrhaft ganzheitlich wurden nur ganz wenige Menschen, einige davon sind uns als Religionsgründer bekannt, Jesus, Buddha, Gurdieff oder der Gründer des Jainismus, Mahavir, andere die vermutlich auch ganzheitlich waren, wie Franz von Assisi, haben zwar keine Religion gegründet, doch zumindest einen Orden, der bis heute überdauert hat.
Doch Menschen, die ganzheitlich geworden sind, scheren sich den Teufel um Naturwissenschaften, sie sind voller Unschuld und Mitgefühl für jene, die so unglaublich weit entfernt von dem Ganzen und damit dem Sinn ihres Lebens sind.
Ich leide an einer Diskrepanz, die auch manchen anderen, der nur in einem kleinen Teilbereich seines Lebens ganzheitlich erfährt, belastet. Denn in meiner Akupunktur bin ich nicht bei mehr als ein Werkzeug, nicht mehr als jemand, der einfach im Augenblick weiß, wohin welche Nadel gesetzt werden muss, ohne überhaupt zu verstehen, warum diese Nadel dorthin gesetzt werden muss. Da gibt es keine Fragen, da gibt es kein Unwissen und Zögern, keinen Zweifel, unter den Tausenden Akupunkturpunkten nehme ich nur einen einzigen wahr und weiß selbstverständlich auch, ob ich dort eine Silber oder Gold Nadel setzen muss.
Doch mein normales Leben erscheint mir dagegen wie ein Urwald voller Fragezeichen ohne auch nur die Chance einer Antwort.
Eine Bekannte von mir, die die Aura wahrnehmen kann, blieb einmal erstaunt stehen, während ich einen Partygast mit Akupressur behandelte. Später berichtete sie mir, dass ich, während sie mich bei der Behandlung beobachtete, reines, weißes strahlendes Licht gewesen sei und nichts mehr von all dem Schmutz, der sonst in meiner Aura wahrzunehmen sei, noch da war. Wären sie es mir berichtete, es war wenige Minuten nach dieser Behandlung, stellte sie fest, dass das Licht allmählich wieder verschwand und der alte Schmutz wieder einzog.
An dieser Diskrepanz bin ich oft genug fast verzweifelt. An der Diskrepanz zwischen meinem normalen Leben und dem sicheren Wissen in der Akupunktur wie auch den gelegentlichen Blicken über den Zaun, die mir erst so richtig den Spiegel für mein von Ganzheitlichkeit sehr weit entferntes Leben vorhalten.
Ich bin gewiss kein ganzheitlich orientierter Praktiker, angesichts dessen, was ich in den Sartories wie auch in jeder Akupunkturbehandlung erneut erlebe, kommt es mir schon geradezu als Frevel vor, wenn jemand das für sich in Anspruch nimmt.
Doch selbst das hätte ich stehen lassen können als maßlose Selbstüberschätzung und pure Dummheit, hätte der Autor nicht auch noch Bezug auf die Akupunktur genommen. Ein akademischer Grad schützt weder vor Dummheit noch vor Selbstüberschätzung, im Gegenteil, er erlaubt die eigene Dummheit und Ignoranz bestens hinter angelerntem Wissen zu verstecken.
„Wir ganzheitlich orientierten Praktiker arbeiten mit dem schon seit Jahrtausenden aus der Akupunktur bekannten funktionellen Netz und der funktionellen Einheit des menschlichen Körpers, um hinter die Gesetzmäßigkeit des "Zufalls" Krankheit mit seinen Symptomen zu kommen."
Der Autor gibt selbst zu, dass er von ganzheitlich eigentlich keine Ahnung hat.
„ …aus der Akupunktur bekannten funktionellen Netz und der funktionellen Einheit des menschlichen Körpers …“
Besteht für diesen Wissenschaftler und angeblich ganzheitlichen Mediziner das Menschsein tatsächlich nur noch aus einem Körper? Als was mag er Krankheit erleben?
Hildegard von Bingen hat darauf eine Antwort gegeben:
"Krankheit ist die Folge eines Abkommens vom Lebensweg. Wird der Lebensweg wieder gefunden, ist die Krankheit nicht mehr notwendig und kann gehen."
Das ist zwar auch eine Gesetzmäßigkeit, doch eine jener Gesetzmäßigkeiten, die sich jeglicher Berechenbarkeit entziehen.
Denn den Lebensweg zu finden ist unsere persönliche und individuelle Aufgabe, ist der eigentliche Sinn unseres irdischen Daseins. Es entspricht meiner Beobachtung in einem Heilprozess nach Akupunkturbehandlungen. Nicht nur, das die Krankheit nach und nach oder mitunter auch ganz plötzlich verschwindet, sondern das Leben eines Patienten ändert sich grundlegend in Folge der Akupunkturbehandlung. Das falsche, an das er vorher so fest geglaubt hatte, dass er es für eine unumstößliches Gesetz hielt, verschwindet und macht Platz für neue Lebensinhalte, die das bisherige Weltbild allerdings ganz kräftig durcheinander rütteln können, was für manchen Patienten, ganz besonders für stark vom katholischen Denken geprägte, zunächst einmal wie ein Schock erlebt wird.
Dabei hat die katholische Kirche neben Franziskus und der Hildegard von Bingen eigentlich eine ganze Reihe Persönlichkeiten hervorgebracht, die ihre verbogene und verlogene Moraltheologie gründlich infrage stellen.
Doch der Lebensweg ist so individuell, wie wir Menschen, so wenig wie es zweimal dieselben Fingerabdrücke gibt, so wenig gibt es zweimal denselben Lebensweg. Deshalb gibt es auch keine Wegweiser für den Lebensweg, zumindest keine äußeren, sondern stattdessen innere, die wir natürlich nicht wahrnehmen, wenn wir immer nur im äußeren suchen. Wie viele Menschen haben am Ende ihres Lebens schon festgestellt, dass sie das Leben eigentlich vollkommen verpasst haben?
So wenig wie es zweimal denselben Lebensweg gibt, so wenig gibt es auch zweimal dieselbe Akupunkturbehandlung von mir, zumindest bei einer Heilbehandlung. Jede meiner Behandlungen ist absolut individuell und wird mit Sicherheit niemals wiederholt. Selbst wenn ich mich auf die etwa 2000 literaturbekannten Akupunkturpunkte beschränken würde, selbst wenn ich gemäß der Lehre der hierzulande maßgeblichen TCM mit jeweils höchstens sieben Nadeln behandeln würde, so ist es bereits rein rechnerisch möglich, aus diesem ABC-Schützen Wissen der Akupunktur 2000 hoch sieben Akupunkturpunkte Kombinationen herzustellen, eine so unvorstellbar große Zahl, dass niemand, selbst wenn er 1000 Leben dazu zur Verfügung hätte und in seiner aktiven Zeit täglich mehrere Behandlungen machen würde, auch nur annähernd dieses Potenzial ausloten könnte.
Doch tatsächlich behandele mit weit mehr Akupunkturpunkten, mitunter sind es mehr als 60 in einer einzigen Behandlung. Tatsächlich kenne ich weit mehr als die 2000 Literaturbekannten Punkte, Akupunkturpunkte, die in ihrer Wirkung ungleich stärker sind als alles, was jemals Eingang in die Akupunkturliteratur gefunden hat.
Wie stark Akupunkturpunkte sein können, der eine oder andere hat vielleicht schon mal davon gehört oder gelesen, von den Brückenpunkten, die man auch als Torpunkte bezeichnet, von denen einige bei missbräuchliche Anwendung mit Sicherheit zum Tode führen würden, weshalb sie im Westen auch den wenig liebevollen Beinamen Killerpunkte bekommen haben.
Dabei ist es eigentlich gar nicht möglich, diese Punkte willkürlich zu behandeln, denn die exakte Lage dieser Punkte entzieht sich dem Behandler, wenn keiner dieser Punkte dran ist, selbst wenn er ungefähr weiß, wo sie sich befinden. Bei richtiger Anwendung und nur dann wird der Therapeut den Akupunkturpunkt überhaupt wahrnehmen und somit auch exakt lokalisieren können, öffnen diese Punkte jedoch Tore zu ungeahnten Dimensionen des Lebens. Zu Dimensionen, die man noch nicht einmal mit Worten mitteilen kann. Und selbst wenn man es könnte, wer diese Dimensionen nicht selbst kennt, versteht vielleicht die Worte, jedoch nicht deren Sinn.
Das Wesen des Zufalls
Zufall ist also nicht etwas, was irgend welchen Gesetzmäßigkeiten gehorchen würde, selbst dann nicht, wenn wir tatsächlich, solange wir im wesentlichen unbewusst und vom Ganzen abgetrennt sind, vielleicht tatsächlich Teil eines unbewussten großen Netzwerkes sein sollten.
Dass wir es sind, zumindest so wie wir sind, habe ich vor vielen Jahren einmal sehr deutlich gemerkt.
Ich war auf dem Heimweg, damals wohnte ich in der Nähe von Neustadt an der Weinstraße und befand mich gerade auf der Höhe des Frankfurter Flughafens, als ich mir überlegte, was ich mit dem angebrochenen Abend anfangen wollte. Zu nichts hatte ich so recht Lust, was mir zunächst alles durch den Kopf ging. Schließlich dachte ich, o.k., fahre ich über Bad Dürkheim und gehe in die Spielbank. Im selben Moment sah ich auf der Windschutzscheibe, als ob es dort eingraviert wäre, eine 9.
Doch eigentlich hatte ich gar keine Lust auf Spielbank. An der nächsten Raststätte machte ich eine kleine Pause, eine gut aussehende junge Frau sprach mich an, ob ich sie nach Heidelberg mitnehmen könnte. Heidelberg war zwar ein ziemlicher Umweg, doch vielleicht würde sich mit dieser Frau etwas mehr ergeben, als nur die kurze Fahrt nach Heidelberg. Ich nahm sie also mit und setzte sie im Stadtzentrum ab, doch meine Einladung zu einem Drink lehnte sie ab.
Etwas enttäuscht verließ ich Heidelberg wieder, am Autobahnbeginn am Ende der Bergheimer Straße stand eine Tramperin, die nach Karlsruhe wollte. Also machte ich auch noch den Umweg über Karlsruhe, wir gingen in Karlsruhe gemeinsam in ein Café, doch dann verabschiedete sie sich. Schließlich fuhr ich doch noch enttäuscht in die Spielbank.
Dort angekommen ging ich zu einem Tisch, an dem ich bei meinen damaligen, seltenen Gastspielen in der Spielbank meistens spielte. Natürlich versuchte ich, meine Intuition zu befragen, welche Zahl wohl als nächstes kommen würde. Denn ich hatte festgestellt, dass ich oft mit einer Genauigkeit von plus minus 2 im Roulettekessel eine Zahl vorhersehen konnte. Doch ich sah nichts und setzte deshalb auch nichts.
Knapp 2 Minuten später begann das nächste Spiel und die Kugel fiel in das Fach der Neun. Die Zahl, die ich auf der Höhe des Frankfurter Flughafens mehr als 2 Stunden vorher so deutlich vor Augen gesehen hatte.
Nun war ich restlos konsterniert. Ich ging zur Rezeption und ließ mir die Permanenzen ausdrucken, die den Spielverlauf an für sämtliche Spieltische für den gesamten Abend zeigen. Zu meiner Überraschung war die Zahl neun an diesem Abend zum allerersten Mal gefallen, auch an keinem der anderen Spieltische hatte es zuvor eine neun gegeben.
Ich war so schockiert, dass ich die Spielbank wieder verließ und in ein Restaurant ging, um darüber nachzudenken. Nach und nach wurde mir bewusst, dass nicht nur mein persönliches Verhalten auf die Minute genau vorhersehbar gewesen war, sondern in dem Netzwerk Menschheit auch das Verhalten aller anderen, die für meine Ankunftszeit eine Rolle gespielt hatten.
Das Verhalten der beiden Frauen, die ich mitgenommen hatte, inklusive des Kaffees in Karlsruhe, das Verhalten all jener Autofahrer, die mich streckenweise zu einem bestimmten Tempo gezwungen hatten, all das war auf die Minute genau vorhersehbar. Ich fühlte mich gar nicht mehr gut, denn mir wurde bewusst, dass ich ein vollkommen unbewusstes Rädchen in einem Netzwerk bin, vorhersehbar bis auf die letzte kleine Handlung.
Nun wurde mir auch klar, warum Wahrsager, einigen davon war ich in Indien über den Weg gelaufen, tatsächlich sehr vieles in unserem Leben vorhersagen können.
Mir wurde klar, solange ich im wesentlichen unbewusst bleiben würde, würde ich auch unbewusstes Bestandteil dieses Netzwerks bleiben.
Das mag vielleicht nun jene Wissenschaftler in ihrer Ansicht von der Existenz dieses Netzwerk und seiner unerforschten Gesetzmäßigkeit bestätigen.
Doch tatsächlich ist es nur ein Netzwerk aus Unbewusstheit, das C. G. Jung als kollektives Unbewusstes bezeichnete. Schließlich habe ich einige Male in meinem Leben auch das Gegenteil, nämlich totales Bewusstsein erlebt. Und somit weiß ich, dass die Beobachtung eines Netzwerks aus Unbewusstheit lediglich unser unbewusstes Dasein widerspiegelt, nicht jedoch den eigentlichen Sinn und Zweck unseres Lebens, das im Gegenteil danach trachtet, das verlorene Paradies wiederzugewinnen und den zweiten Flügel, den Baum des Lebens, zu heilen und zugänglich zu machen.
In diesem Netzwerk aus Unbewusstzeit wird auch niemals etwas berechenbar sein, zumindest nicht für einen Wissenschaftler, der nach irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten sucht. Denn was ich erlebte, war ein ungeheuer komplexes Gebilde, in das nahezu sämtliche Menschen, denen ich in diesen etwas mehr als 2 Stunden zwischen dem sehen der Zahl 9 und meiner Ankunft in der Spielbank begegnet war, und sei es nur, dass sie in ihrem Auto eine kleine Weile vor mir hergefahren waren.
Es ist einfach viel zu komplex, um irgendetwas noch darin berechnen zu können. Es ist ähnlich der Chaostheorie, die ebenfalls sich der Komplexität vieler Vorgänge zunehmend bewusst wird, einer Komplexität, die unmöglich sämtliche Einflüsse vorhersagen könnte. Im Gegenteil, die Aussage spiritueller Meister, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings ein Ereignis auf der anderen Seite der Welt auslösen könnte, wird von der Chaostheorie inzwischen bestätigt.
Doch selbst wenn irgendwann sämtliche Parameter, die zu einem bestimmten Ergebnis führen, also dem Zufall, bekannt und berechenbar sein sollten, bleibt als Unwägbarkeit immer noch der kleine Rest Bewusstsein, den wir alle haben und der uns zumindest gelegentlich der Berechenbarkeit und dem Netzwerk entzieht.
Uns fällt etwas zu
Uns fällt etwas zu, weil wir selbst den Boden dafür bereiten, weil wir es brauchen. So kann uns etwas positiv zufallen, indem wir im rechten Moment den richtigen Hinweis oder die richtige Hilfe gekommen, um weiter kommen zu können, oder negativ erlebt, einen Unfall oder eine Krankheit, die uns eindrücklich warnt, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
Unsere Aufgabe ist es, den Boden für den göttlichen Samen, für Wahrheit und Erkenntnis urban zu machen und bereitzuhalten, ihn immer wieder von Unkraut zu reinigen und freizuhalten. Jesus hatte dazu ein sehr schönes Gleichnis parat:
Der Samen fällt auf einen Felsen und verdorrt.
Der Samen fällt auf den Weg und wird zertreten.
Der Samen fällt unter einem Dornbusch, die Pflanze kann sich nicht entwickeln.
Und ganz selten einmal fällt der Samen auf einen Acker, der für ihn bereit ist.
Die meisten von uns sind wie die ersten beiden Beispiele, wir hören entweder gar nicht zu, das entspricht dem Felsen, oder es geht in ein Ohr rein und aus dem anderen gleich wieder raus, das entspricht dem Weg. Nur wenige von uns sind zwar prinzipiell schon bereit für den göttlichen Samen, doch unsere zahllosen Wünsche wie auch unsere Vorstellungen, Bildnisse und Gleichnisse überwuchern das zarte Pflänzchen, so dass es schließlich wieder ein geht.
Doch was der göttliche Same braucht, ist ein für ihn bereiter Boden, indem er aufgehen und sich machtvoll entwickeln kann.
Das ist keine einmalige Aufgabe, sondern ständige Aufgabe. Dazu eine Geschichte aus dem Zen.
Ein Zenmeister schickte seinen Lieblingsjünger auf eine weite Reise, gab ihm zwar das Ziel vor, jedoch nicht den Zweck der Reise. Nach vielen Monaten wurde dem Zenmeister gemeldet, dass der Mönch auf seiner Rückkehr gesichtet worden war. Der Zenmeister empfing seinen Jünger persönlich an der Klosterpforte, neugierig über den Bericht des Jüngers.
Der Mönch sagte nur einen einzigen Satz: "Der Wirt putzt täglich seinen Spiegel."
Das Bewusstsein wird oft mit einem Spiegel verglichen. wir sind unter anderem deshalb so unbewusst, weil unser Spiegel getrübt ist von zahllosen Vorstellungen, Vorurteilen, Meinungen, Bildnissen und Gleichnissen. Wir sind überhaupt nicht in der Lage, etwas einfach nur wahrzunehmen. Im selben Moment ordnen wir es bereits in irgendwelche vorbereiteten Schubladen ein, die Schubladen bilden wir im Laufe unseres Lebens und verfeinern sie mehr oder minder, doch es sind und bleiben Schubladen, die die unmittelbare Wahrnehmung und Bewusstsein verhindern.
Zufall ist also etwas, was wir anziehen, was uns dabei helfen soll, unseren Lebensweg zu finden und zu gehen. So hatte mir die Existenz, oder Gott, oder wie immer ich das unkennbare bezeichnen möchte, die 9 wohl auch nicht gezeigt, um mich mit einem Spielbankgewinn zu bereichern, sondern um mir deutlich vor Augen zu führen, wie unbewusst ich in diesem Netzwerk reagiere.
Übrigens, ich spiele schon längst nicht mehr.
Was wir dazu tun können?
Je mehr wir uns tatsächlich auf die Suche nach Gott und unseren Lebensweg machen, umso eher werden wir vielfältige Hilfe dabei erfahren. Umso mehr wird uns tatsächlich zufallen.
Kennen Sie die alte Bauernregel bei einem Gewitter, Buchen sollst du suchen und Eichen sollst du meiden?
Eine Regel, die lange Zeit von der Wissenschaft belächelt wurde. Wir leben schließlich in einem rationalen Zeitalter, in dem eigentlich nur noch gilt, was sich entweder beobachten oder doch zumindest berechnen lässt. Vieles in der Quantenmechanik entzieht sich der unmittelbaren Beobachtung, wie beispielsweise die inzwischen weit gehend bewiesene Existenz schwarzer Löcher, lässt sich jedoch anhand anderer beobachtbarer Phänomene berechnen. Also lächelt man über die alten Bauernregeln, zumindest, solange wir es in unserer unmäßigen Ignoranz und Besserwisserei nicht anders wissen.
Doch die Hochgeschwindigkeits-Fotografie offenbarte plötzlich die Wahrheit dieser Regel.
Plötzlich entdeckte man, dass ein Blitz nur dort in die Erde einschlägt, wo ihm von unten ein sehr viel schwächerer Blitz entgegenkommt. Der Blitzeinschlag war also nicht einfach nur zufällig, sondern gehorcht einem Gesetz. Dann fand man heraus, dass ein Blitz so gut wie nie in einen Buchen-Bestand einschlägt, wohl aber an Plätzen, an denen Eichen natürlicherweise wachsen. Oder mit anderen Worten, Buchen suchen sich energiearme Plätze und Eichen energiereiche Plätze.
Wir, jeder von uns, hat die Aufgabe, bezüglich jenes Blitzes, der uns mit dem Ganzen vereinen kann, das erforderliche Energiefeld zu schaffen. Dann kann der Blitz, in diesem Gleichnis nichts anderes als ein anderes Wort für Zufall, uns auf die Sprünge helfen.
Dann kam irgendwann sogar der endgültige letzte Blitzschlag kommen, der uns urplötzlich erleuchtet und das Ganze in uns hineinstürzen lässt.
Dabei kann Akupunktur sehr hilfreich sein, denn bereits an einem Schnupper-Wochenende können die Teilnehmer Akupunkturpunkte erkennen und behandeln, die dem anderen oder bei der Selbstbehandlung auch sich selbst einfach nur gut tun. Das einfach nur gut Tun schafft Kraft, die wir brauchen um das Energiefeld für den großen Blitz zu schaffen wie auch zu unserer Heilung.
Man muss nicht erst krank werden, um zu erkennen, dass es vielleicht auch anders gehen könnte und man bisher am Leben vorbei gelebt hat.