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Dogmen, Wissenschaft und Wirksamkeit
Dogmen, Wissenschaft und Wirksamkeit
Im Augenblick wird massiv darum gestritten, ob die gesetzlichen Krankenkassen weiterhin Homöopathie bezahlen sollen.
Dabei wird von der Schulmedizin und ihren herausragenden Vertretern immer wieder behauptet, das Homöopathie nicht mehr als ein Placebo erreichen würde. Siehe beispielsweise ein Interview auf Spiegel online.
Ich kenne ebenfalls Untersuchungen, teilweise sogar im Auftrag homöopathischer Organisationen, die keinen wesentlich höheren Erfolg für die Homöopathie ausweisen als bei Placebos. So wie mir auch bekannt ist, dass es in der Homöopathie zahlreiche Dogmen gibt und der Kampf der Homöopathen gegen die Schulmedizin wie auch umgekehrt vielfach an einen Glaubenskrieg erinnert.
Wenn und soweit Homöopathie überhaupt wirkt, dann wirkt sie wohl ebenso über den energetischen Sektor wie die Akupunktur.
Die Akupunktur wurde und wird immer noch von der Schulmedizin ebenfalls immer wieder angegriffen, weil die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachvollziehbar ist. Allerdings ist sie im Gegensatz zu vielen Untersuchungen zum Thema Homöopathie zumindest statistisch nachweisbar, ganz besonders hat sich die WHO um den Wirkungsnachweis von Akupunktur verdient gemacht. Wobei im Gegensatz zur Auffassung in Deutschland Akupunktur als Heilkunst anerkannt ist, in Deutschland wird Akupunktur im wesentlichen nur als Schmerztherapie anerkannt.
Homöopathie ist eine im Verhältnis zu anderen medizinischen Erkenntnissen noch junge "Wissenschaft". Die Anführungszeichen sind gewollt, schließlich geht es in dem Streit auch gerade darum, ob Homöopathie überhaupt eine Wissenschaft ist.
Dabei wird von den Verfechtern der Schulmedizin und der Naturwissenschaften, ohne dass sie es überhaupt merken, ebenso ein Glaubenskrieg geführt, nämlich um den wissenschaftlich anerkannten Nachweis. Letzterer beruht auf Messbarkeit. Mit anderen Worten, was man nicht messen kann, das gibt es auch nicht. Zumindest nicht in der wissenschaftlichen Welt. Wie unsinnig dieser Ansatz ist, dürfte jedem klar sein, der sich mit der Verfeinerung von Messinstrumenten seit Galilei Galileo auch nur einmal ansatzweise befasst hat. Noch deutlicher wird der fehlerhafte Ansatz in der theoretischen Physik, in der vieles zumindest heute noch nicht gemessen oder direkt beobachtet werden kann, wohl aber anhand von Wirkungen nachgewiesen werden kann. In der theoretischen Physik gibt es übrigens auch längst eine Umkehrung der Kausalität, nämlich Beobachtungen, dass die Wirkung vor der Ursache kommen kann.
Wenn ich Homöopathen zuhöre, dann beschleichen mich jedoch immer wieder Zweifel. Und zwar gleich aus zwei Richtungen. Zunächst wird ein Medikament so weit verdünnt, dass bestenfalls noch ein einziges wirksames Molekül in der Mischung enthalten ist und angeblich soll die Wirkung umso stärker werden, je weniger Moleküle des Wirkstoffes überhaupt noch vorhanden sind. Angeblich wird die stärkste Wirkung dann erreicht, wenn es höchstens noch zufälligerweise ein Wirkstoffmolekül in dem Globuli gibt, dass dem Patienten verabreicht wird.
Solange es tatsächliche Beweise dafür nicht gibt, handelt es sich dabei wohl tatsächlich um Dogmen und Glaubenssätze. Bekanntlich kann Glaube Berge versetzen. Wer an die Wirksamkeit einer bestimmten medizinischen Behandlung glaubt setzt auf jeden Fall selbst enorme Heilkräfte frei, die eine Heilung auf jeden Fall begünstigen und möglicherweise sogar ohne weitere Hilfsmittel herbeiführen kann. Das ist der grundsätzliche Vorteil von Placebobehandlungen. Ihr Nachteil ist, dass ohne diesen Glauben gar nichts geht. Die Frage stellt sich im Bereich der Homöopathie natürlich zu Recht, ob der Patient, der sich auf einer homöopathische Behandlung einlässt oder sie gar sucht, nicht von vornherein mit einem enorm starken Glauben an die Wirksamkeit der Behandlung an seine Heilung herangeht und es somit fast egal ist, ob nun Placebo oder hoch potenzierte Homöopathie.
Auch mit dem zweiten Grundsatz der Homöopathie stehe ich auch Kriegsfuß.
Der zweite Ansatz ist, gleiches mit gleichem zu bekämpfen.
Zunächst ist die Homöopathie an sich eine sehr junge Wissenschaft, erst vor wenigen Jahren feierte sie ihren 200. Geburtstag. Die Akupunktur wird in China seit vielen Tausend Jahren ausgeübt, ich habe keine Ahnung, wie es mit der Akupunktur an ihrem 200. Geburtstag aussah. Ob sie da schon wesentlich über die aktuellen Erkenntnisse der Homöopathie hinausgegangen war. Doch auch die Pharmakologie ist eine noch recht junge Wissenschaft, eine lange Tradition haben im Westen wie im Osten nur die Kräutermedizin, die von den Anhängern der Schulmedizin wider besseres Wissen oft genug verlacht wird. Denn gerade die großen Pharma-Unternehmen forschen keineswegs nur im chemischen Bereich, sondern haben Forscher im Einsatz, die bei Naturvölkern im südamerikanischen Regenwald wie auch in anderen Regionen der Welt auf Entdeckungsreisen unterwegs sind, welche natürlichen Mittel dort zur Krankheitsbekämpfung eingesetzt werden und die versuchen, die eigentlichen chemischen Wirkstoffe zu isolieren.
Wenn ich etwas gezielt bekämpfen möchte, dann muss ich zunächst einmal ganz genau wissen, was ich überhaupt bekämpfen möchte. Das Kämpfen gegen etwas ist ohnehin, zumindest im Bereich der Medizin, eine typisch westliche Entwicklung, der Hahnemann ebenso aufgesessen ist wie die gesamte Schulmedizin. Dazu gehört auch das vorsorgliche Impfen, obwohl allgemein bekannt ist, dass Schutzimpfungen oftmals das genaue Gegenteil erreichen und viel zu oft zum Tode des Patienten führen. Man nimmt die Impfschäden in Kauf, um größere Seuchen zu verhindern. Oder mit anderen Worten, wie so oft werden einzelne Menschen einem scheinbar größeren Ziel geopfert.
Gezieltes bekämpfen setzt voraus, dass ich ganz genau weiß, was ich überhaupt bekämpfen möchte und dass es sich dabei tatsächlich auch um die Ursache einer Erkrankung handelt. Ebenso wie einer Schutzimpfung eigentlich eine umfassende, nach westlicher Auffassung ganzheitliche Analyse der Verhältnisse des Patienten vorausgehen müsste. Also sowohl seiner biologischen und chemischen Konstitution als auch seiner Lebensverhältnisse. In wie hohem Maße die Umstände unseres Lebens zu Krankheiten führen können oder umgekehrt auch zur Heilung beitragen können, dürfte inzwischen weit gehend unbestritten sein. In einer Meldung auf Heise.de vom selben Tag geht es denn auch um die Realität am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen.
Wenn ich nicht genau weiß, was ich bekämpfen möchte und ob es sich dabei tatsächlich auch um die Ursache einer Erkrankung handelt, dann stochere ich im Dunkeln, womit ich Erfolg haben kann oder auch nicht. Manchmal wird sogar ein Heilprozess dadurch torpediert, der ohnehin bereits im Gange war.
Der westlichen Medizin wäre, nicht nur im Bereich der Schulmedizin sondern auch im Bereich der Homöopathie dringend angeraten, sich mehr um einen ganzheitlichen Ansatz zu bemühen, selbst mit dem westlichen Verständnis von Ganzheitlichkeit, also dem erfassen möglichst sämtlicher Lebensumstände eines Patienten. Was wir in der westlichen Schulmedizin erleben ist jedoch genau das Gegenteil. Als ob ein Labortest das Erforschen der Lebensumstände wie auch der Leitsätze des Patienten ersetzen könnte. Gerade Letztere sind es häufig genug, die krank machen. Der Patient glaubt an irgendetwas, richtet nach diesen Glaubenssätzen sein Leben aus und wird deshalb krank. Denn, auch das hat die jüngste Studie zum Thema Arbeitsplatz und Depression deutlich gezeigt, es sind oft genug nicht die objektiven Umstände als vielmehr ein Glaubenssatz eines Arbeitnehmers, der ihn zur Depression bringt. Das Problem des Ausbrennens ist in unserer heutigen gesellschaftlichen Struktur ein allgemeines Problem und wird nicht nur von der Struktur unserer Arbeitswelt und des politischen Miteinander begünstigt, sondern ebenfalls von der Meinung des Patienten, ohnehin nichts bewirken zu können. Wenn sich der einzelne jedoch nur noch als unbedeutendes Rädchen in einem Getriebe sieht, das beliebig ersetzt werden kann und der sich als unfähig sieht, irgendetwas außerhalb seines rein privaten Bereiches bewirken zu können, sind Depressionen und Outburning eine fast zwingende Folge.
Doch die Schulmedizin, zunehmend im Glauben an Technik und Chemie, kümmert sich immer weniger um die Lebensumstände und Glaubenssätze eines Patienten und glaubt tatsächlich, dass Chemie stärker sei als der Patient und seine Glaubenssätze. Dieselbe Kritik habe ich auch gegenüber der Homöopathie, die ebenfalls etwas bekämpfen möchte ohne überhaupt recht zu wissen, ob der Kampf in die richtige Richtung geht.
Der ganze Ansatz des Kampfes ist grundsätzlich falsch
Kampf ist ein Mittel des Egos, sich zu behaupten. Sowohl das Ego des Arztes beziehungsweise Heilpraktikers als auch das Ego des Patienten kämpfen gegen etwas und behaupten sich damit auch selbst. Durch den Kampf haben wir einen Gegner, der das Ego in seiner Existenz bestärkt. Dabei ist es eigentlich unerheblich, wogegen wir kämpfen. Jeder, zumindest fast jeder, kämpft gegen irgendetwas und bezieht daraus seine Existenzberechtigung. Sei es politisch, moralisch oder auf sonst irgend einem Gebiet. So kämpft die Schulmedizin gegen die Homöopathie und die Homöopathie gegen die Schulmedizin. Und beide zusammen kämpfen gegen Krankheiten.
Als ob Krankheiten durch einen Kampf besiegt werden könnten, als ob sie überhaupt ein Gegner wären.
In der Anfangszeit der Antibiotika neigten viele besser verdienende Eltern in den USA dazu, Kinderkrankheiten ihrer Kinder im Keim zu bekämpfen und zu unterdrücken. Die ärmeren Bevölkerungsschichten konnten sich die damals noch sehr teuren Antibiotika erst gar nicht leisten. Einige wenige wohlhabende Eltern hatten ein gesünderes Verhältnis zu Kinderkrankheiten und versuchten nicht, sie im Keim zu ersticken. Bereits 15-20 Jahre danach wurde es offensichtlich. Man hatte den Kindern keinen Gefallen damit getan, die Kinderkrankheiten erst gar nicht zuzulassen sondern bereits im Entstehen zu ersticken. Diese Bevölkerungsgruppe hat als Erwachsene eine außerordentlich labile Gesundheit im Gegensatz zu jenen, die die Kinderkrankheiten durchmachen mussten. Offensichtlich spielen Krankheiten für unsere Entwicklung eine bedeutende Rolle. Doch wo Entwicklung erst gar nicht gefragt ist sondern stattdessen das Funktionieren im gesellschaftlichen Getriebe, sind Krankheiten natürlich ebenso eine Störung wie eine Maschine, die reparaturbedürftig ist. Hoffentlich kommen wir nicht irgendwann dahin, mit uns selbst ebenso umzugehen wie mit Maschinen und die rein ökonomische Frage zu stellen, ob eine Reparatur überhaupt noch lohnt oder ob man nicht besser die Maschine gleich komplett austauscht. In der Arbeitswelt haben wir diese Einstellung ohnehin schon längst. Fehlt nur noch, dass Menschen, die man als nicht reparaturwürdig ansieht, ebenso entsorgt werden wie eine defekte Maschine. Doch wir scheinen fast unaufhaltsam trotz Sozialstaat in genau diese Richtung zu gehen.
Krankheiten sind kein Gegner
Wenn wir einmal davon weggehen, dass wir im gesellschaftlichen Umfeld zumindest soweit funktionieren müssen, um uns das lebensnotwendige überhaupt leisten zu können, dann werden ganz andere Bedürfnisse von uns wach. Nämlich immaterielle Bedürfnisse wie beispielsweise Liebe, jedoch ebenso stark auch spirituelle Bedürfnisse. Letztere unterdrücken wir gerne um in einer sich zunehmend lebensfeindlich gebärdenden Gesellschaft überhaupt leben zu können. Ganz besonders, wenn wir an die Karriere als Lebensinhalt glauben.
Krankheiten fordern von uns die Besinnung, häufig genug fordern sie schlicht und ergreifend die Ruhe, die wir uns in unserem alltäglichen Leben kaum noch gönnen. Krankheiten weisen auch darauf hin, dass irgendetwas in unserem Leben nicht stimmt und wollen von uns eine Änderung dessen, was nicht stimmt. Oft genug ändern wir dann tatsächlich etwas im außen ohne überhaupt zu merken, dass wir nach wie vor dieselben Leitsätze im Leben haben, an die wir fest glauben und die uns in die nächste Katastrophe führen.
Wenn also überhaupt etwas bekämpft werden sollte, dann wären es zu aller erst diese Leitsätze. Doch, es ist wie mit unserer Gesellschaft, die zunehmend aus den Fugen gerät und bei der kaum noch jemand daran glaubt, dass diese Gesellschaftsform die richtige für uns ist. Denn all die kosmetischen Operationen der Vergangenheit konnten das marode System nicht nachhaltig sanieren, sondern sie sorgten lediglich dafür, dass das faulen unter der Oberfläche nicht wahrgenommen wurde. Doch wo ist die Alternative?
Der Sozialismus war keine Alternative, das hat sich inzwischen deutlich gezeigt. Patentrezepte gibt es nicht, auch wenn es natürlich viele gibt, die von sich behaupten, Patentrezepte gefunden zu haben. Menschliche Gesellschaft ist ohnehin etwas, was zwar von oben regiert werden kann, deren Strömungen jedoch aus der Masse resultieren. Diese Strömungen der Masse wiederum sind verinnerlichte Glaubenssätze und ansonsten Konzeptlosigkeit.
Solange es selbst innerhalb einer Familie Machtkämpfe gibt, die oft genug selbst vor drakonischen Maßnahmen nicht zurückschrecken, brauchen wir uns eigentlich nicht zu wundern, wenn diese potenziert an der Spitze der Gesellschaft ebenfalls stattfinden. Solange wir uns dieser Machtkämpfe noch nicht einmal bewusst sind, werden sie weitergehen. Solange Neid und Missgunst wesentliche Triebfedern unseres gesellschaftlichen Strebens sind, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn das auch zu Kriegen zwischen Völkern und Staaten wird. Solange wir Rechte für uns einfordern ohne gleichzeitig unsere Pflichten zu sehen, wird sich auch gesamtgesellschaftlich wohl wenig ändern.
Erst vor kurzem habe ich in diesem Zusammenhang mal wieder an die 10 Gebote des Judentums, Christentums und des Islam gedacht.
Denn diese Gebote enthalten keine Rechte, sondern nur und ausschließlich Pflichten. Rechte können sich höchstens im Umkehrschluss ableiten lassen. Aus der Verpflichtung, nicht zu töten, kann sich im Umkehrschluss natürlich das Recht auf Leben ableiten lassen. Und so weiter und so fort. Auffällig ist auch, dass diese 10 Gebote keine Sanktionen bei Missbrauch vorsehen.
Sie scheinen also lediglich einen Pflichtenkatalog für diejenigen zu enthalten, für die das erste Gebot im Vordergrund steht. Dann wird jedoch auch eine andere Übersetzungsmöglichkeit des uns allgemein bekannten "Du sollst nicht" plötzlich aktuell. Die andere Übersetzungsmöglichkeit lautet nämlich "Du wirst nicht", doch dann hat es plötzlich auch kein Gesetzescharakter mehr und dann erstaunt auch nicht, dass dieses Gesetz keine Sanktionen vorsieht.
Vielmehr ergibt sich dann aus dem ersten Gebot alles Weitere. Wenn Du Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebst, dann wirst du erst gar nicht diese ganz selbstverständlichen Pflichten verletzen. Dann wirst du nicht deine Artgenossen wegen irgendetwas töten wollen, dann wirst du nicht mit begehrlichen Blicken das Hab und Gut deines Nachbarn erfassen und darüber nachdenken, wie Du es dir aneignen könntest, dann wirst du nicht versuchen, die bestehende intakte Beziehung deiner Nachbarn zu stören um selbst zu den geschlechtlichen Genüssen zu kommen, sondern Neid und Missgunst werden aus deinem Leben verschwinden und einer allumfassenden Liebe Platz machen.
Dann braucht es natürlich auch keine Rechte des anderen, zumindest, wenn jeder die grundsätzlichen Pflichten im menschlichen Zusammenleben akzeptiert und verinnerlicht.
Trotzdem, dessen bin ich mir bewusst, wird es auch weiterhin Konfliktpotenzial geben, doch die Art und Weise, wie man damit umgeht, wird eben nicht mehr der Kampf sein. Sondern liebevolle Lösungen, die allen zum Vorteil gereichen.
Krankheiten sind ein Freund
Spätestens durch eine Krankheit wird mir klar, dass irgendetwas in meinem Leben wie auch in meinen Glaubenssätzen und Leitsätzen nicht stimmt. Es gibt wie gesagt keine Patentrezepte für das Leben, jeder muss für sich selbst seinen Weg finden, jeder von uns hat in ganz unterschiedlichen Gewichtungen Talente mit auf den Weg bekommen, die es zu entwickeln gilt.
Obwohl ich kein Christ bin stelle ich immer wieder fest, dass es eine ganze Reihe überlieferter Jesus Worte gibt, die mehr als nur ein Quäntchen Wahrheit enthalten. So auch zum Thema der Talente: "Du sollst dein Licht nicht unter den Scheffel stellen."
Doch die meisten von uns, das beginnt bereits in unserer Erziehung zu funktionierenden Mitgliedern der Industriegesellschaft, haben noch nicht einmal eine Ahnung von ihren Talenten. So streben sie denn auch nach möglichst einflussreichen Positionen innerhalb einer Hierarchie anstatt nach der Verwirklichung ihres eigentlichen Potenzials.
Krankheiten zeigen zwar nicht den Weg zur Verwirklichung, das zeigt erst die Heilung, doch sie zeigen, überaus deutlich, dass wir bisher nicht auf dem richtigem Weg gegangen sind.
Das gilt sowohl für die individuelle Krankheit als auch die Krankheiten des gesellschaftlichen Systems, die immer offenbarer werden und uns von einer Krise in die nächste führen. Wobei, auch das ist sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich einfach zu beobachten, wir uns die Rettung von genau jenen erhoffen, die uns zuvor in die Krise geführt haben. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Not glauben viele, dass die Politiker und Parteien der wirtschaftlichen Mächte uns aus der Krise auch wieder heraus führen könnten, ebenso wie sie individuell an ihren Glaubenssätzen festhalten, die sie von einer Krankheit und Medikamenten-Abhängigkeit in die nächste führen.
Akupunktur und Heilung
Auch im Bereich der Akupunktur gibt es den Ansatz des Kämpfens. Da wird gegen Schmerzen gekämpft, da werden unterschiedliche Energieniveaus der Meridiane ausgeglichen und weiß der Himmel, wogegen noch alles gekämpft wird. Als ob ein Kampf neue Lebensinhalte eröffnen könnte.
In diesen Bereichen ist die Akupunktur von Ganzheitlichkeit ebenso weit entfernt wie die gesamte westliche Medizin inklusive der Homöopathie.
Es geht nicht darum, gegen irgendetwas zu kämpfen, es geht nicht darum, alte Glaubenssätze die wir längst soweit verinnerlicht haben, dass wir uns ihrer noch nicht einmal mehr bewusst sind, auszumerzen, es geht vielmehr darum, unseren Lebensweg, den wir längst verloren haben, überhaupt wieder zu finden.
Denn was passiert, wenn ich irgendetwas ausmerze? Es entsteht eine Lücke, ein Vakuum, das schnellstens mit etwas anderem gefüllt wird. Wobei das andere meistens ebenso falsch ist wie das was vorher war. Denn, wir sind als einzelne Wesen dennoch Bestandteile eines viel größeren Ganzen, das Carl Gustav Jung mit dem kollektiven Unbewussten zu beschreiben versuchte. Er ging weit über Freud hinaus, der den Menschen als isoliertes Einzelwesen sah und als einer ersten die starken Triebkräfte unserer Sexualität entdeckte und beschrieb. Solange wir im wesentlichen, darin waren sich Freud und C.G. Jung wohl weitgehend einig, unbewusst sind, Freud beschrieb das Unbewusste als 97-98 %, also mit anderen Worten, von dem, was wir eigentlich sind, wissen die meisten Menschen nicht mehr als 2-3 %, alles Übrige verläuft unter der Oberfläche und unbewusst, solange wird sich grundsätzlich auch nicht viel ändern. Solange werden wir unter anderem von unterdrückter Sexualität beherrscht, die wiederum zu Machtansprüchen auf der einen und Rechtsansprüchen auf der anderen Seite führt. Oder mit anderen Worten, Rechte sind die Kehrseite der Macht. Doch Rechte sind nicht der Umkehrschluss natürlicher menschlicher Pflichten im Zusammenleben wie auch in unserem Verhältnis zum Ganzen, das die verschiedenen Religionen ganz unterschiedlich beschreiben.
Heilung ist etwas ganz anderes
Im Verlauf einer Heilung verschwinden die krankmachenden Leitsätze und Glaubenssätze ganz von selbst. Sie verschwinden nicht nur, oft so unmerklich, das es der Patient noch nicht einmal bemerkt, sie werden durch konkrete Lebensziele, das Entdecken der eigenen Talente und einem Plus an Lebensfreude ersetzt. Ohne dass irgendjemand dagegen gekämpft hätte, sondern weil wir uns selbst wieder dem Leben anstatt falscher Ziele zuwenden.
Doch Leben ist tatsächlich, obwohl in ein Ganzes eingebunden, etwas höchst Individuelles. Es gibt noch nicht einmal an einem Busch oder Baum zwei gleiche Blätter. Jede Lebensform ist neu und einmalig. Wenn auch die Unterschiede auf den ersten Blick marginal sein mögen. Je komplexer eine individuelle Einheit ist, also beispielsweise der Mensch, umso größer sind auch die Unterschiede zu anderen Menschen, umso individueller ist auch der persönliche Lebensweg. Umso mehr potentielle Ursachen gibt es natürlich auch für Krankheiten.
Es ist die Frage, die zumindest vorläufig ketzerisch wirkt, ob es überhaupt, soweit materiell realisiert, auch nur in den kleinsten Bausteinen unserer Materie zweimal dasselbe gibt. Angesichts der Vielfalt wäre es zumindest denkbar, dass es selbst bei den kleinsten gedachten Bausteinen unserer Materie zwar Gattungsgemeinsamkeiten gibt, doch jedes Teil absolut individuell ist.
Deshalb kann eine tatsächliche Heilung auch nur individuell erfolgen, indem der Patient, gleich ob Mensch oder Tier oder Pflanze oder auch ein größerer Organismus wie beispielsweise ein ganzes Meer ihren Platz innerhalb des Ganzen finden und ausfüllen und dabei nicht von den vermeintlichen Rechten und Machtansprüchen anderer gestört werden.
Doch niemand von uns weiß, welchen Platz jemand anderer im Ganzen hat. Wir kennen meistens noch nicht einmal unseren eigenen Platz und Weg. Wie wollen wir da, mit noch so exakter Analyse aller uns bekannten Umstände, die zu einer Krankheit führen könnten, jemandem dabei behilflich sein, seinen Platz und Weg zu finden und damit auch seine Heilung zu finden?
Wir sind keine Götter, sondern fehlbare Menschen, auch wenn die katholische Kirche von ihrem Oberhaupt behauptet, dass er in Glaubensfragen unfehlbar sei. In Glaubensfragen mag das sogar zutreffen, es ist eigentlich egal, woran man glaubt, es ist auf jeden Fall falsch und nicht mehr als irgend ein Postulat, das die daran Gläubigen für die Wahrheit halten. Die Postulate sind beliebig austauschbar und absolut wertlos.
Übrigens, selbst in der altgriechischen Vorstellung des Götterhimmels waren die Götter keineswegs unfehlbar. Im Gegenteil, all unsere menschlichen Fehlbarkeiten wurden in den Götterhimmel projiziert. Die Stämme Israels kamen übrigens auch nicht mit den 10 Geboten zu Recht, kein Wunder, wenn man schon das erste Gebot nicht versteht. Die Thora, dass jüdische Gesetzbuch, dass die 10 Gebote als Grundlage hat, ist im Verhältnis zur Absolutheit der Zehn Gebote wie ein Schweizer Käse, es gibt zahllose Ausnahmebestimmungen, die das töten oder Ehe brechen sogar heiligen. So wie es auch in unserer Gesellschaft belohnt werden kann, wenn ein Staat den Auftrag zum Töten gibt. Oder mit anderen Worten, Regierungen und Staaten stehen noch oberhalb des göttlichen Gebots.
Dasselbe gilt natürlich auch für jede andere menschliche Vereinigung, also auch jene Gruppen, die wir als Terroristen ansehen.
Dabei sind Terroristen oft nichts anderes als die Antwort auf übermächtige Staaten, die sich über jedes Gebot und Gesetz hinwegsetzen und sämtliche Rechte für sich beanspruchen, diese auch mit militärischer Gewalt oder Drohung beliebig durchsetzen. Ob wir sie als Terroristen ansehen oder als Freiheitskämpfer, das ist nur eine Frage des Standpunkts. All jene, die im Zweiten Weltkrieg hinter den deutschen Linien gegen die Deutschen kämpften, werden heutzutage als Widerstandskämpfer und Patrioten angesehen und keineswegs als Terroristen. Das Naziregime dachte darüber gewiss ganz anders.
Heilung bedeutet also, dass krankmachende hinter sich zu lassen und sich seiner eigentlichen Bestimmung zuzuwenden.
Heilung bedeutet auf keinen Fall, gegen irgendetwas zu kämpfen.
Somit ist nämlich auch der Kampf der Homöopathie gegen die Schulmedizin und umgekehrt ein Kampf zweier Glaubensgebäude, die beide einen grundfalschen Ansatz haben. Ebenso wie der Kampf primitiver Akupunktur gegen Schmerzen. Wobei ich keineswegs etwas gegen Anästhesie habe, Zahnbehandlungen sind oft gemein schmerzhaft und selbstverständlich wende ich in diesem Bereich auch Akupunktur als Anästhesie an. Es gibt auch keinen Grund, warum eine Geburt von höllischen Schmerzen begleitet sein sollte.
Doch Schmerzen zu bekämpfen, die Begleiterscheinung einer Krankheit sind ohne die Krankheit selbst in einem Plus an Gesundheit aufzulösen, sondern die Schmerzen als Feind zu begreifen, das ist mit Sicherheit kein Ansatz für eine Heilung.
Müssen wir erleuchtet sein, um heilen zu können?
Keineswegs! Natürlich, werden wir von unserem Verstand geleitet, dann können wir gar nicht ganzheitlich sein, so sehr wir uns auch darum bemühen sollten. Unser Verstand ist nicht ganzheitlich, kann es nicht sein. Unser Verstand scheitert schon an so einfachen Fragen wie der Endlichkeit. Als in den fünfziger Jahren, damals war ich noch ein Kind, ich zum ersten Mal mit der wissenschaftlichen Meinung konfrontiert wurde, dass das Weltall endlich sei, stelle ich mir bereits als Kind die Frage, was ist dann dahinter. Wir können uns weder Endlichkeit noch Unendlichkeit tatsächlich vorstellen, höchstens mathematische Formeln ersinnen, die etwas nicht Vorstellbares berechenbar machen sollen.
Werden wir vom Verstand geleitet, dann gehört der Irrtum zwingend dazu, der umso größer ist, je weniger wir uns vor einer Entscheidung überhaupt kundig machen. So sterben allein in den USA mehr als 18.000 Menschen jährlich durch falsche Medikamentation. Dasselbe würde auch für die Akupunktur zutreffen, wären die starken Punkte, mit denen ich behandle, durch die Literatur allgemein bekannt. Denn, ganz klar, was wirksam ist, kann bei falscher Behandlung auch zum genauen Gegenteil führen.
Akupunktur nicht aus angelerntem Wissen
Was die Akupunktur der alten Meister, die in China heute noch verehrt werden, wie auch meine Akupunktur und somit auch das was ich lehre, auszeichnet, ist das Wu Wei, das Wissen des Augenblicks, das Wissen des Ganzen, das ich als Behandler tatsächlich anzapfen kann. Eine Intelligenz, die weit größer ist als es menschliche Intelligenz jemals sein kann.
Jener Intelligenz, die tatsächlich für jedes Individuum auf dieser Welt, jedes noch so kleine Teilchen innerhalb des gesamten Universums ganz exakt weiß, wohin es in diesem Augenblick gehört und wohin es sich entwickeln soll.
Ich als Behandler muss das alles nicht wissen, mir reicht es, dass ich im Augenblick nur diesen einen einzigen Punkt wahrnehme, der mit einer Akupunkturnadel oder durch Akupressur behandelt werden muss und ebenso, dass ich noch nicht einmal danach fragen muss, ob an diesen Punkt Gold oder Silber gehört, denn auch diese Frage ist im Vorfeld der Frage bereits beantwortet.
Ich als Behandler kann auch nicht voraussehen, wohin sich der Patient entwickeln wird. Für mich ist es immer wieder spannend, von meinen Patienten zu hören, wie sich die Krankheit verabschiedet und der Blick frei wird für völlig neue Lebensinhalte.
Das Leben ist etwas wundervolles, ein herrliches Geschenk, voller Wunder und voller Schönheit.