Akupunktur Theorie

 

Das chinesische Zeichen für Akupunktur bedeutet unter anderem:

Krone des Heilens

Allein das Zeichen besagt schon, dass Akupunktur Heilkunst schlechthin ist. Dennoch kann Akupunktur alleine nicht immer eine Heilung bewirken. Manchmal sind mechanische Eingriffe erforderlich, wenn beispielsweise ein Bruch geschient oder ein fauler Zahn entfernt werden muss. Manchmal muss die Ernährung umgestellt werden. Kräuter und bestimmte Medikamente können die Heilung unterstützen.

In den bedeutenden Akupunkturpraxen des kaiserlichen China arbeiteten deshalb nicht nur Akupunktur Ärzte, sondern auch Kräutermediziner, Geburtshelfer, Wundärzte, Zahnärzte und oft auch spezialisierte Diagnostiker, die mit den spezifisch chinesischen Diagnosemethoden – zum Beispiel der Pulsdiagnose – einem Patienten auch eine Erklärung für die Entwicklung seiner Krankheit geben konnten. Und damit oft genug schon einen Fingerzeig für den Weg aus der Krankheit geben konnten.

Auch Tai Chi kann eine Heilung unterstützen.

Im Gegensatz zur hier im Westen gebräuchlichen TCM waren das allerdings alles spezialisierte Berufe. Wundärzte, Zahnärzte und Geburtshelfer hatten dennoch oft genug genügend Kenntnisse der Akupunktur, um beispielsweise die Anästhesie selbst durchführen oder für eine weitgehend schmerzfreie Geburt sorgen zu können.

Akupunktur und Akupressur waren den sogenannten Barfußmedizinern verboten. Denn die beschränkten sich leider oft genug auf das, was mittlerweile hierzulande Standard ist, nämlich die Schmerztherapie. Damit wurden Krankheiten nicht geheilt, sondern eher solange verschleppt, bis sie nicht mehr heilbar waren. Doch für einen Patienten war es zunächst natürlich angenehm, spürte er doch die Schmerzen nicht mehr.

Die hohe Schule der Akupunktur war allerdings auch in China immer nur ganz wenigen vorbehalten. Ärzte, die auch heute noch in China verehrt werden.

Akupunktur ist sehr alt. Ausgrabungen belegen, dass Akupunktur seit mehr als 4000 Jahren bekannt ist. Seitdem wurde sie stetig weiterentwickelt. Selbstverständlich wollte auch der Kopf wissen, was dabei eigentlich geschieht. Theorien wurden entwickelt.

Die Wirkungen der Akupunktur

Die Wirkungsweise der Akupunktur ist und bleibt ein Mysterium. Akupunkturpunkte werden als Energiezentren gedacht. Das Problem ist nur, dass wir nicht wissen, was Energie eigentlich ist. Man kann Energie ab einer gewissen Stärke messen, man kann sie nutzen, feinfühlige Menschen können sie auch spüren. Energie ist ein ähnlich nebulöser Begriff wie Gott. Mit zahllosen Vorstellungen behaftet, aber letztendlich mit den Mitteln des Verstandes nicht greifbar. Energie und Materie befinden sich in einer Korrelation. Vereinfacht ausgedrückt, ist Materie eine besondere Form der Energie. Aber was sind Energiezentren?

Akupunktur-Theorien

In einem Punkt sind sich alle Akupunktur-Theorien einig: Akupunktur wirkt auf den Energiehaushalt eines Organismus. Doch abgesehen von dieser Übereinstimmung der Theorien zur Akupunktur unterscheiden sich die einzelnen Lehren erheblich. Kein Wunder, schließlich weiß eigentlich niemand, wie und warum Akupunktur überhaupt wirkt.

Man kann natürlich Wirkungen untersuchen. So hat beispielsweise die Uniklinik Mannheim herausgefunden, dass durch die Geburtsvorbereitung mit Akupunktur nicht nur eine oft sogar völlig schmerzfreie Geburt erreicht wird, sondern sich der Geburtskanal deutlich weiter öffnet als ohne Vorbereitung durch Akupunktur. Aber warum das so ist, welche Wechselwirkungen es zwischen diesen Akupunkturpunkten und dem Geburtskanal gibt, weiß man nicht.

Im Akupunktur Institut Heidelberg werden keine Akupunkturtheorien gelehrt. Sondern der praktische Umgang mit der Akupunktur.

Dazu gehört auch, wie man mit Akupressur behandelt oder wie eine Akupunkturnadel gesetzt wird.

Der unglücklich übersetzte Begriff Akupressur legt nahe, dass mit dem Finger ein Druck ausgeübt werden muss. Das ist völliger Unsinn. Der winzige Kontaktpunkt im Finger, der bei einer Akupressur Behandlung wirksam wird, muss sich lediglich in einer energetischen Verbindung mit dem zu behandelnden Akupunkturpunkt befinden. Dazu ist noch nicht einmal unbedingt direkter Körperkontakt erforderlich. Ein leichter Druck ist natürlich hilfreich, wenn ein Patient nicht ruhig halten kann, dann kann man seinen Finger leichter dort lassen, ohne dass er durch eine Bewegung des Patienten verschoben wird.

Ähnliches gilt für das setzen der Akupunkturnadeln. Die Nadelspitze muss in Kontakt mit dem Akupunkturpunkt sein. Das wars auch schon. Weshalb ein flaches, subkutanes setzen der Akupunkturnadeln völlig ausreicht. Gerade so tief, dass die Nadel nicht von sich aus abfällt.

Die Schwierigkeit ist einfach, Akupunkturpunkte so genau zu lokalisieren, dass die Nadelspitze tatsächlich im Zentrum des Akupunkturpunktes sitzt. Mit verstandesmäßigen Mitteln ist das nicht möglich, schließlich haben wir auf unserem Körper kein Millimeterpapier. Wobei selbst ein Millimeter noch ziemlich ungenau wäre.

Doch das genaue lokalisieren von Akupunkturpunkten lernen meine Schüler.

Theorien, egal ob sie die Akupunktur oder irgend ein anderes Phänomen erklärbar machen wollen, können nur bedingt und eingeschränkt funktionieren, weil wir nun mal mit unserem Denken in den Grenzen unseres Verstandes gefangen sind. Unser Verstand kann keine Gleichungen lösen, in denen es nur Unbekannte gibt. Unser Verstand kann Kausalität nicht umkehren. Obwohl es in der Physik eine ganze Reihe beobachtbarer Phänomene gibt, die die Kausalität umkehren. Beobachten können wir es, erklären nicht. Unser Verstand scheitert schon an so etwas alltäglichem wie Endlichkeit und Unendlichkeit. Genau genommen können wir uns nämlich weder das eine noch das andere vorstellen. Jede Endlichkeit stellt die Frage, was wohl dahinter ist. So auch die für uns wichtigste Endlichkeit, nämlich unser eigenes Leben. Unendlichkeit können wir uns ohnehin nicht vorstellen.

Akupunktur und Meridiane

Akupunktur wird meist in Zusammenhang gebracht mit den Meridianen. Als Meridiane versteht man die Energieleitsysteme des menschlichen Körpers. Gemäß der meisten Theorien sind sie ähnlich fein und in ihrer Lage fixiert, wie Blutgefäße. Dem ist nicht so. Ein Meridian pulsiert, sehr viel langsamer zwar als Blutgefäße und sehr viel stärker, doch dabei verändert sich auch seine Lage erheblich. Ich habe gehört, dass dies mit den Mitteln der Kirlian-Fotografie auch beweisbar sein soll.
Meridiane und Akupunktur haben jedoch wenig miteinander zu tun. Das Meridian-System wurde unabhängig von der Akupunktur entdeckt. Es bot sich für eine Lernsystematik an, da die meisten der Literatur bekannten Akupunktur-Punkte auf den gedachten Bahnen der Meridiane liegen.
In meinen Behandlungen kommen Meridianpunkte nur selten vor. Es gibt wesentlich wirksamere Akupunktur-Punkte!

Akupunktur ist ...

Akupunktur ist wie eine Sinfonie. Ton fügt sich zu Ton, vereinigt sich in einem nie zuvor gehörten Konzert. Es ist diese kosmische Musik, die den Weg zum Heilsein zeigt, der der ganze Mensch zustrebt. Wie auch in einem Konzert folgt das Verklingen der Instrumente einer natürlichen Ordnung. Das einfache Absammeln der Nadeln würde zu kreischenden Disharmonien führen. Akupunktur ist wie eine unsichtbare, meist nur dem Unbewussten zugängliche Landkarte, die eindringlich den Weg zeigt, der zu Sinn und Heilung führt.


Akupunktur ist eine äußerst feine Kunst. Spezielle Meditationstechniken helfen, die Wahrnehmung der Augen und der Fingerspitzen zu koordinieren, Punkte exakt zu lokalisieren. Akupunkturpunkte sind Punkte im mathematischen Sinne. Sie haben keine Fläche. In einigen Bereichen unseres Körpers liegen Punkt neben Punkt. Im Bereich unserer Pulse befinden sich auf einer Fläche in der ungefähren Größe einer Zwei-Euro-Münze weit mehr als 100 Punkte. Mit ungefähren Angaben werden Sie nie den richtigen Punkt treffen. Akupunkturpunkte liegen niemals auf Nervenzellen und auch nicht auf Blutgefäßen. Nur wenige, so genannte Meisterpunkte, wirken für sich alleine. Die meisten Punkte wirken nur im Konzert. Anhand der in einer Behandlung vorkommenden Punkte kann auch diagnostiziert werden, wenn der Akupunkteur unbedingt seinen Kopf beschäftigen möchte.

Akupunktur und WuWei

Es gibt eine natürliche Grenze zwischen angelerntem Wissen und dem WuWei, dem Wissen des Augenblicks. Wer sich auf des angelernte Wissen und das Verstehen seines Verstandes verlässt, kann am WuWei nicht teilhaben. Symptombezogene Akupunktur bewegt sich in den engen Grenzen des Verstandes. Sie komponiert nicht, sie zeigt keinen Weg. Sie unterdrückt nur ein Symptom.
Im WuWei wird der Akupunkteur quasi zum Werkzeug einer höheren Intelligenz. Er mag selbst nicht verstehen, warum nun dieser und kein anderer Punkt, warum hier Gold und dort Silber. Er mag gehört haben, dass Silber sediert. Vielleicht hat er am eigenen Leibe erfahren, dass Silber-Nadeln wie Sendeantennen wirken, goldene hingegen wie Empfangsantennen. Naturgemäß gibt es sehr viel mehr Empfänger als Sender. Greift er jedoch zu seinen Nadeln, muss er noch nicht einmal nachdenken, ob nun Gold oder Silber. Im Gegenteil, jeder Versuch des Denkens würde nur verwirren. Woher auch sollte sein Kopf wissen, ob er nun einen Sender oder einen Empfänger braucht? Wie wollte er entscheiden, welchen der vielen tausend Punkte er nun setzen muss? Der Verstand kann hier nicht helfen. Der Verstand würde nur verunsichern und Myriaden von Fragen kreieren.
Er nimmt die richtige Nadel und setzt sie in jenen einzigen Punkt, den er in diesem Augenblick wahrnimmt.

Akupunktur bewegt sich jenseits aller Theorien. Theorie mag helfen, einen Einstieg zu finden. Der Kopf ist beschäftigt und stört nicht. Aber Theorie gleicht den Blinden, die an einen Elefanten geführt werden. Der eine bekommt den dünnen Schwanz zu packen, der zweite ein mächtiges Bein, der dritte den Rüssel oder einen Stoßzahn. Jeder versucht auf das Ganze zu schließen und jeder schließt falsch.
Wenn Sie an einem meiner Kurse teilnehmen oder die Ausbildung absolvieren, werden wir uns mit Ihren Fragen befassen.
Lassen Sie sich von mir behandeln, spielen Theorien keine Rolle. Begeben Sie sich in die allwissenden, stillen Hände des WuWei.

 

Artikelserie über die 5 Elemente der chinesischen Medizin

Zum Einlesen eine Artikelreihe, die ich vor einigen Jahren gemeinsam mit Pramada D. Allgöwer für die Zeitschrift "Natur und Heilen" verfasst habe.

 

Die sechs Artikel im einzelnen:


Die fünf Elemente in der chinesischen Medizin Teil 1: Das Element Feuer


Die fünf Elemente in der chinesischen Medizin Teil 2: Das Element Erde


Die fünf Elemente in der chinesischen Medizin Teil 3: Das Element Metall


Die fünf Elemente in der chinesischen Medizin Teil 4: Das Element Wasser


Die fünf Elemente in der chinesischen Medizin Teil 5: Das Element Holz


Die fünf Elemente in der chinesischen Medizin Schluss: Das Rad der 5 Elemente

 

Die Links führen auf 2 verschiedene Webseiten von Frau Allgöwer.