Aufsätze
Heilung und Verantwortlichkeit
Die Verantwortung für die eigene Gesundheit
Neue Erkenntnisse zur Krebsforschung
Neue Erkenntnisse zur Krebsforschung
Ich möchte auf einen Artikel auf Telepolis verweisen, den ich gerade erst entdeckt habe. Übrigens lohnt es sich, Telepolis den Favoriten hinzuzufügen und immer mal wieder dort nachzusehen, was es Neues gibt. Obwohl Telepolis vielfach Meinungs-Journalismus und weniger Meldungsjournalismus ist.
Neu ist mir bei dieser Untersuchung, wie sehr selbst ein genügend großes Haus und Abwechslung durch Spielzeuge (auch wir Erwachsenen haben eine ganze Reihe Spielzeuge) die Heilung von Krebs begünstigen kann.
Ich erinnere mich an einen Test, der nun schon etliche Jahrzehnte zurückliegt, ein Test in Kanada. Damals hatte man einige krebskranken Nonnen aus der klösterlichen Umgebung herausgenommen und in eine Umgebung gebracht, in der die Lebensfreude im Vordergrund stand. Von der Vergleichsgruppe, die im Kloster zurück blieb, überlebte keine einzige, doch die Nonnen, die nun plötzlich statt alltäglicher Pflichten aufblühen und leben konnten, besiegten zu mehr als 50 % ohne Chemotherapie den Krebs.
Es ist eine Erfahrung, die ich nicht nur mit Krebs immer wieder mache.
Gerade wir Deutschen neigen in hohem Maße dazu, dass Leben insbesondere als eine Pflichterfüllung aufzufassen und gleichzeitig daraus Rechte für uns abzuleiten. Nicht nur materielle Rechte, sondern auch immaterielle Rechte gegenüber unseren Mitbürgern. Die deutsche Rechthaberei, die ihren Ursprung unter anderem in der korrekten Pflichterfüllung hat, ist weltweit sprichwörtlich.
Ich habe im Verlauf von Heilprozessen immer wieder festgestellt, dass meine Patienten mehr für sich selbst und ihre Lebensfreude tun und damit auch positiv auf ihre Umwelt ausstrahlen. Das erleichtert auch ungemein herauszufinden, wer man eigentlich ist und was man eigentlich will. Findet man allmählich heraus, wer man ist und was man will, verschwendet man auch immer weniger Zeit für unnötiges und hat mehr Zeit für sich und seine Lieben. Selbstverständlich engagiert man sich dann auch viel stärker für das, was man wirklich will und erledigt die dazu erforderlichen Tätigkeiten mit Freude, Hingabe und einer vielfach höheren Effektivität.
Krebs ist nicht umsonst eine Begleiterscheinung der industriellen Zivilisation. Das eingebunden sein in Sachzwänge, das verinnerlichen dieser Sachzwänge oder auch der offensive Kampf dagegen, den ich insbesondere im Bereich der Ökobewegung immer wieder beobachten kann, begünstigt Krebs in hohem Maße, man schaut nicht mehr auf sich selbst oder seine Familie, sondern ist sowohl im eingebunden sein als auch im dagegen kämpfen nur noch ein funktionierender Apparat.
Krebs hat eine weitere Parallele zur Industriegesellschaft. Spätestens seit Ende des Zweiten Weltkrieges glauben Ökonomen an ein unbegrenztes Wachstum. Doch das einzige unbegrenzte Wachstum, dass es natürlicherweise gibt, ist eine tödliche Krankheit, nämlich der Krebs. Eigentlich müsste es den Ökonomen klar sein, die Erde, nun mal der einzig bekannte Planet, auf dem wir ohne technische Hilfsmittel leben können, wächst auch nicht. Ganz besonders nicht bezüglich ihrer Rohstoffe. Ebenso wenig bezüglich des vorhandenen Platzes, den wir nicht dadurch beliebig vergrößern können, indem wir stetig höhere Häuser bauen.
Und so wie wir dazu neigen, Hypotheken auf die Zukunft aufzunehmen, die schließlich dank Wachstum die Rückzahlung der Hypotheken erlauben soll, so gehen wir auch mit unserer eigenen Gesundheit um und verschieben immer wieder dringend notwendige Ruhephasen, meistens so lange, bis uns eine Krankheit in das Bett zwingt oder zumindest, wie beispielsweise eine Migräne, uns vorübergehend arbeitsunfähig macht.
Ich war ganz erschrocken, als ich in einigen Gesprächen der jüngeren Vergangenheit erfuhr, dass nur die wenigsten meiner Gesprächspartner sich wenigstens den Schlaf gönnen, den ihr Körper braucht. Da werden täglich zwischen einer halben und 2 Stunden vom Schlaf abgeknapst und selbst am Wochenende wird nicht ausgeschlafen, weil man beispielsweise rechtzeitig im Skigebiet sein will oder etwas anderes vorhat.
Dann wundern sich die Leute, dass sie schließlich krank werden. Der Tag hat 24 Stunden, durchschnittlich 8 Stunden gehen für einen Arbeitnehmer für die Arbeit drauf, die Mittagspause ist oft nur eine kurze Erholung, meist noch nicht einmal das, weil in der Pause die privaten Angelegenheiten inklusive der oft hastig herunter geschlungen Mahlzeit erledigt werden. Dazu kommen für viele bis zu 4 Stunden täglicher Weg von und zur Arbeit. Oder mit anderen Worten, inklusive Mittagspause sind wir, soweit wir Arbeitnehmer sind, zwischen 9 und 13 Stunden nur mit der Arbeit befasst. Dennoch bleiben selbst im Extremfall 11 Stunden täglich übrig, von denen die meisten von uns etwa siebeneinhalb Stunden für den Schlaf benötigen. Macht mindestens dreieinhalb Stunden täglich, in denen wir uns eigentlich entspannen und erholen könnten und nicht irgendwelche vermeintlichen Pflichten in den Vordergrund stellen.
Doch tatsächlich ist bei vielen auch die Freizeit bis auf die letzte Minute verplant und ausgefüllt und für uns selbst bleibt keine Zeit. Darunter leidet auch das Familienleben, kaum eine Ehe übersteht heute noch ein ganzes Leben. Viele Kinder werden in staatlichen oder kirchlichen Einrichtungen großgezogen, das beginnt bereits ab dem zweiten Monat. Kinder, die von ihren Eltern wegen der Verpflichtungen unseres modernen Lebens allein gelassen und verwahrlost werden, auch wenn sich die Kindertagesstätten sicher mit Händen und Füßen gegen den Vorwurf wehren würden, dass die Kinder dort verwahrlosen. Selbst der Adel und das Großbürgertum waren früher mit ihren Kindern sorgfältiger umgegangen, auch wenn eine Amme das Kind gestillt hatte, so hatte das Kind zwar nicht die eigene Mutter aber immerhin einen ganz persönlichen körperlichen Kontakt zu einer Bezugsperson. Wenn ich mir vorstelle, dass heutzutage wie beispielsweise auf der übrigens grauenhaften Webseite einer Heidelberger Kindertagesstätte, Säuglinge dort bereits ab dem zweiten Monat der Mutter abgenommen werden und somit ganz unnatürlich mit der Flasche und weit gehend ohne körperlichen Kontakt zu einer festen Bezugsperson verwahrt werden, dann wird es mir anders. Ein Kind kann in einer Kindertagesstätte auch nicht auf Entdeckungsreisen gehen, was für unsere Entwicklung eigentlich außerordentlich wichtig ist. Es bleibt immer der begrenzte Rahmen der Tagesstätte und das feste Programm des täglichen Ablaufs. Eine gute Einübung in die Industriegesellschaft.
Werden dort Monster erzogen? Oder Maschinen?
Menschen, die später als Erwachsene körperlichen Kontakt nicht mehr als Zuneigung und Zärtlichkeit empfinden werden, sondern um biologische Bedürfnisse abzureagieren?
Diese Untersuchung gibt zumindest etwas Hoffnung in einer zunehmend entmenschlichten Welt, zumindest, soweit die Erkenntnisse daraus tatsächlich vielleicht auch unser tägliches Leben und Zusammenleben mit anderen positiv beeinflussen.
Denn, selbst wenn ich täglich fünf Patienten behandeln würde und Jahr für Jahr Dutzende von Schülern ausbilden würde, ich kann gegen den stetig wachsenden Wahnsinn unserer Gesellschaft kein wirksames Gegengewicht setzen. Übrigens, auch wenn manche Frau nun aufschreien und mich als Macho bezeichnen wird, die Natur hat es nun mal so eingerichtet, dass die Mütter den hauptsächlichen körperlichen Kontakt in den ersten Lebensmonaten zum Kind herstellen und aus diesem Grund haben Frauen auch Brüste, die wir Männer auch außerhalb der Stillzeiten so lieben. Ich halte nichts davon, dass eine Frau kurz nach der Entbindung ihre Berufstätigkeit wieder aufnimmt und stattdessen der Vater das Kind betreut. Die Flasche kann die Mutter nicht ersetzen. Und der Vater hat nun mal keine Brüste.
Auch diese scheinbare Verbesserung, nämlich dass der Vater mit einem teilweisen Gehaltsausgleich das Neugeborene betreut, ist nur eine weitere Verrücktheit einer zunehmend aus den Fugen geratenen Gesellschaft. Es wird Zeit, dass auch die Frauen in der Gesellschaft ihren Platz finden, einen Platz, der ihnen sowohl beruflich als auch privat Entwicklungsmöglichkeiten gibt, dabei jedoch nicht die Biologie über den Haufen wirft. Und auch nicht die eigenen Kinder der Karriere geopfert werden.
Für eine liebevolle Mutter gibt es keinen Ersatz.
Doch die liebevolle Umgebung scheint das Patentrezept gegen den Krebs zu sein.